1. Welche Risiken hat ein Zahnimplantat?
In Deutschland werden jedes Jahr über eine Million Zahnimplantate gesetzt. Die 10-Jahres-Erfolgsrate liegt bei 93 bis 98 Prozent. Das klingt beruhigend, doch jeder chirurgische Eingriff birgt Risiken. Wer sich für ein Zahnimplantat entscheidet, sollte die möglichen Komplikationen kennen, um sie frühzeitig zu erkennen und gezielt vorzubeugen.
Zahnimplantat Risiken und Nebenwirkungen lassen sich in drei Phasen einteilen: Komplikationen während der Operation, Probleme in der Einheilungsphase und Langzeitrisiken nach der Versorgung. Nicht alle Komplikationen sind gleich wahrscheinlich. Einige treten häufig auf, andere sind selten, aber gravierend.
OP-bedingte Risiken
Während der Implantation können Blutungen, Schwellungen und Schmerzen auftreten. Diese Beschwerden sind in der Regel vorübergehend und klingen innerhalb weniger Tage ab. Seltener, aber schwerwiegender ist eine Nervverletzung: Wird der Nervus alveolaris inferior im Unterkiefer geschädigt, kann ein Taubheitsgefühl in Lippe, Kinn oder Zunge entstehen. Etwa 1,3 bis 10 Prozent der Patienten sind nach einem Jahr noch von einer dauerhaften Sensibilitätsstörung betroffen. Im Oberkiefer besteht zusätzlich die Gefahr, die Kieferhöhle zu verletzen.
Was das für Sie bedeutet: Vor dem Eingriff sollte eine dreidimensionale Bildgebung (DVT) erfolgen. Damit kann der Implantologe die Lage der Nerven und die Knochenverhältnisse genau beurteilen und das Risiko einer Nervschädigung deutlich senken.
Einheilungsstörungen und Implantat-Abstoßung
Nach dem Einsetzen muss das Implantat mit dem Kieferknochen verwachsen, ein Vorgang namens Osseointegration. Dieser Prozess dauert in der Regel drei bis sechs Monate. Gelingt die Einheilung nicht, lockert sich das Implantat. Mögliche Ursachen sind eine Infektion des Implantatbetts, unzureichende Knochenqualität oder Überlastung durch zu frühe Belastung.
Eine echte Abstoßung im immunologischen Sinne gibt es bei Zahnimplantaten nicht, da Titan und Keramik biokompatibel sind. Wenn ein Implantat aber nicht einheilt, sprechen Zahnärzte umgangssprachlich trotzdem von einer Abstoßung. Die Symptome sind ähnlich: Schmerzen, Schwellung und ein lockeres Implantat. Treten diese Beschwerden auf, sollten Sie zeitnah Ihren Zahnarzt aufsuchen.
Häufige vs. seltene Komplikationen
Die mit Abstand häufigste Langzeitkomplikation ist die Periimplantitis, eine Entzündung des Gewebes rund um das Implantat. Rund 22 Prozent der Implantatpatienten sind davon betroffen. Seltener treten Schraubenlockerungen, Frakturen der Implantatkrone oder dauerhafter Knochenabbau auf. Auch Rauchen und bestimmte Vorerkrankungen erhöhen das Komplikationsrisiko messbar.
Etwa ein Drittel der Patienten kennt die Risikofaktoren für Zahnimplantat Komplikationen nicht. Dabei lässt sich das Risiko durch gute Vorbereitung, sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Nachsorge erheblich senken. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Gefahren konkret bestehen und wie Sie sich schützen können.
Einen umfassenden Überblick über Ablauf, Kosten und Alternativen bietet unser Ratgeber
Zahnimplantat: Alles zu Ablauf, Kosten, Risiken & Materialien
.
Quellen:
Verbraucherzentrale
|
DGZMK S3-Leitlinie Periimplantitis
|
quintessence-publishing