3. Keramikimplantat: Zirkonoxid als Alternative
Nicht jeder Patient möchte ein Metallimplantat im Kiefer tragen, und nicht jeder verträgt Titan problemlos. Keramikimplantate aus Zirkonoxid bieten eine Alternative, die in den letzten Jahren deutlich ausgereifter geworden ist.
Was ist Zirkonoxid?
Zirkonoxid ist eine Hochleistungskeramik mit einer Bruchfestigkeit von 900 bis 1.200 MPa. Das liegt im Bereich vieler Metalle. Im Unterschied zu Titan ist Zirkonoxid zahnfarben und metallfrei. Die glatte Oberfläche des Materials erschwert die Anlagerung von Bakterien (Plaque), was die Mundhygiene rund um das Implantat vereinfacht.
Vorteile von Keramikimplantaten
Keramikimplantate punkten in mehreren Bereichen, die für bestimmte Patienten den Ausschlag geben können.
- Ästhetik: Die weiße Farbe des Implantats schimmert nicht durch dünnes Zahnfleisch. Im Frontzahnbereich ist das ein deutlicher Vorteil gegenüber Titan.
- Metallfrei: Keramikimplantate enthalten kein Metall. Für Patienten mit nachgewiesener Titanunverträglichkeit oder dem grundsätzlichen Wunsch nach metallfreier Versorgung ist Zirkonoxid die Lösung.
- Geringere Plaqueanlagerung: Die glatte Keramikoberfläche bindet weniger Bakterien als raue Titanoberflächen. Das kann das Risiko für Entzündungen rund um das Implantat senken.
- Gute Osseointegration: Studien der Universität Jena zeigen, dass Zirkonoxid vergleichbar gut mit dem Kieferknochen verwächst wie Titan, ohne signifikante Unterschiede.
Gerade bei hohen ästhetischen Ansprüchen im sichtbaren Zahnbereich bieten Keramikimplantate einen Vorteil, den Titan nicht liefern kann.
Nachteile und aktuelle Grenzen
Keramikimplantate haben auch Einschränkungen, die vor der Entscheidung bekannt sein sollten. Die Keramik Implantat Einheilzeit ist mit bis zu 24 Wochen deutlich länger als bei Titan. In dieser Zeit darf das Implantat nicht belastet werden, was eine längere Provisoriumsphase bedeutet.
Die verfügbaren Langzeitdaten sind noch begrenzt: Zirkonoxid-Implantate werden erst seit rund 7 Jahren systematisch untersucht. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 92 bis 98 Prozent, was gute Ergebnisse zeigt, aber noch nicht an die Datenmenge von Titan heranreicht. Die Frakturrate ist in den vergangenen Jahren stark gesunken, von 3,4 Prozent auf 0,2 Prozent, was die verbesserte Materialqualität widerspiegelt.
Viele Keramikimplantate sind einteilig konstruiert: Implantatschraube und Abutment bilden eine Einheit. Das eliminiert den sogenannten Mikrospalt zwischen den Komponenten, erfordert aber eine exaktere Positionierung beim Einsetzen. Im Seitenzahnbereich (Backenzahn) eignen sich Keramikimplantate grundsätzlich, die höhere Kaubelastung stellt jedoch höhere Anforderungen an die Planung.
Alle Details zu Keramikimplantaten - Kosten, Haltbarkeit und geeignete Anwendungsfälle - finden Sie in unserem Ratgeber
Keramikimplantat: die metallfreie Alternative
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Quellen:
zm-online
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ZWP online
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GZFA