2. MRT-Artefakte und Feldstärken erklärt
Auch wenn ein Zahnimplantat im MRT sicher ist, kann es das Bild in der direkten Umgebung beeinflussen. Solche Bildfehler heißen Artefakte. Sie entstehen, weil Titan die Magnetfeldlinien lokal leicht verzerrt. Artefakte treten hauptsächlich im Bereich von Ober- und Unterkiefer auf, also in unmittelbarer Nähe des Implantats. Ein MRT des Kopfes oder des Gehirns zeigt in der Regel keine relevanten Einschränkungen, weil der Abstand zum Implantat groß genug ist.
Die Stärke der Artefakte hängt von der Feldstärke des MRT-Geräts ab. Standard-MRT-Geräte arbeiten mit 1,5 Tesla, hochauflösende Geräte mit 3 Tesla. Je höher die Feldstärke, desto stärker können die Verzerrungen im Kieferbereich ausfallen. Offene MRT-Geräte arbeiten mit niedrigeren Feldstärken von 0,2 bis 1,0 Tesla und erzeugen dadurch weniger Artefakte. Die Wahl der MRT-Sequenz beeinflusst das Ergebnis ebenfalls: Spin-Echo-Sequenzen (SE) liefern bei Titanimplantaten bessere Bilder als Gradienten-Echo-Sequenzen (GRE).
Ein wichtiger Unterschied betrifft sogenannte Titanmagnetics. Das sind magnetische Verbindungselemente, die herausnehmbaren Zahnersatz auf Implantaten fixieren. Im Gegensatz zu normalen Titanimplantaten enthalten Titanmagnetics ferromagnetische Komponenten. Sie dürfen nicht ins MRT, weil sie sich im Magnetfeld bewegen und erhitzen können. Vor einer MRT-Untersuchung muss herausnehmbarer Zahnersatz mit solchen Magneten entfernt werden.
Wenn Sie ein Zahnimplantat bei einer MRT-Untersuchung angeben, hilft das dem Radiologen bei der Planung. Ein Implantatpass ist für Zahnimplantate gesetzlich nicht vorgeschrieben, denn die EU-Verordnung 2017/745 nimmt sie von der Dokumentationspflicht aus. Trotzdem kann ein freiwilliger Implantatpass sinnvoll sein. Er erleichtert dem Radiologen die Einstellung der Sequenzen und dokumentiert das verwendete Material. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach einem solchen Pass, wenn Sie regelmäßig MRT-Termine wahrnehmen.
Quellen:
Thieme Connect (Fachpublikation)
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DirectClinics
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Deutsches Ärzteblatt / DRG